Die Jenischen |
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Die Angehörigen der zu einem grossen Teil seit Jahrhunderten in der Schweiz ansässigen Sippe Mehr sind Jenische, ein Stamm des Roma-Volkes. Sie stammen ursprünglich aus Mähren und wurden Mitte des 19. Jahrhunderts in Almens zwangseingebürgert. Die Geschichte der Jenischen in der Schweiz ist eine Geschichte der Diskriminierung, die vor allem aus der Sicht der Täter dokumentiert ist.
Seit 1972, ausgelöst durch einen Artikel von Mariella Mehr in der Zeitschrift "Fokus" (keine Verbindung zum heutigen Wochenblatt "Focus") und nachfolgen Artikeln von Hans Caprez im "Schweizerischen Beobachter", welche durch die Initiative von Jenischen Müttern, darunter Mariella Mehr, auf der Suche nach ihren Kindern ausgelöst wurden, entsteht auch eine Dokumentation aus der Sicht der Opfer dieser Diskriminierung.
Ein wesentlicher Teil dieser Dokumentation stammt von Mariella Mehr. Unter anderem für diese umfangreiche Arbeit im Kampf gegen das Verdrängen und Vergessen dieses helvetischen Genozids erhielt Mariella Mehr 1998 die Ehrendoktorwürde der historisch/philosophischen Fakultät der Universität Basel.
Der von Mariella Mehr geschaffene Teil der Dokumentation über den Kampf der Jenischen gegen Diskriminierung, für die Aufklärung der an ihnen begangenen Verbrechen und für ihre Rehabilitierung befindet sich im Schweizerischen Literaturarchiv und ist bis auf weiteres nur Historikern zugänglich.
Allgemein zugänglich sind aber ihre Werke in diesem Kontext, darunter vor allem "steinzeit", der erfolgreiche Roman auf der Grundlage der traumatisierenden Erlebnisse in ihrer Kindheit, das Theaterstück "Kinder der Landstrasse", der zu unrecht vergessene Roman "Zeus" und einige Texte in "Rückblitze".
Weitere Quellen zum Themenkreis "Jenische", deren Diskriminierung in der Schweiz, insbesondere durch die "Pro Juventute", die Psychiatrischen Institutionen, das "Seraphische Liebeswerk" etc. finden Sie in der Linksammlung im Abschnitt Romanipe.
Mariella Mehr gibt keine Auskünfte "über ihr Leben" an SchülerInnen, StudentInnen oder JournalistInnen. Sie versteht sich heute nicht mehr als Opfer krimineller und rassistischer Machenschaften, sondern als Autorin. Als solche hat sie ein Lebenswerk geschaffen, welches sprachlich kompakt und brillant über Gewalt und deren Folgen Auskunft gibt und zwar weit über ihre eigene Biografie hinaus.
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