kein weisser schnee
fiel,
wüsste nicht wohin
er hätte fallen
sollen,
ich tat nur immer
meine pflicht,
mein pflichtchen,
mein süsses
pflichtchen,
oh meine
mütterleinspflicht
in aller mütterlicher
unschuld.
kein schüldlein kroch
mir in den nacken,
der ward gebeugt von
gottes hand und gnaden.
(beginnt zu beten)
gnädiger gott gib
meiner verirrten tochter ewigen frieden...
(wiederholt den satz
mehrere male, aber beinahe
unverständlich, etwa
so,als würde sie gurgeln)
(schreit dann
plötzlich laut und sehr präsent)
WAS WILL SIE
EIGENTLICH!
DIE TOTE, HIER, IN
MEINER NIEMANDSZEIT!
was will der mensch
wenn er zurück zum
menschen kehrt?
was will der mann von
seiner frau
die frau vom manne?
was will die tochter
denn
von ihrer mutter
und diese wiederum von
ihr der andern frau?
was will der sohn von
vätern
diese von den söhnen
was treibt sie alle
aus dem totenreich
zurück zu fragen
wie diese hier die
tochter
der mutter nur als
bastardin bekannt
und ungeliebt auch sie
die mutter?
gefährlich grausam sei
die handlung leben
so lehrt die macht sie
lehrt mit schlauem wort
dass ohnmacht ewig
krieche im staub der einfalt
FUEHRERGLAEUBIGKEIT
UND STIEFELWICHS
so lehrt die macht
bewahrt den menschen
vor der handlung leben
und FUEHRERFLUCHT
DESERTION
verbrecher nennt sie
den
der eignes leben will
als eigne handlung
so kehrt zurück ins
leben
was als handlung nur
den tod erkannt
zu suchen eine
unschuld
die das totenreich zum
paradies erklärt
und trifft in kalten
räumen
wieder macht und
führergläubigkeit
und eine handlung
die vollzogen werden
will
das leben
sie sind der zustand
den sie zu hassen
glauben
das kreuz an dem sie
hängen
sie sind die
scheiterhaufen galgenbäume
kanonenfutter einheit
der macht und ohnmacht
im körper aufgehoben
sind sie
ohne es zu ahnen
und suchen jenen teil
der handlung erst
ermöglicht
freiheit
freiheit der unschuld
freiheit der
unversehrten worte
freiheit der handlung
dass macht nun endlich
krieche im selben staub
wie vormals ohnmacht
dass alles fleisch den
freien körper meint
und nichts als diesen
freien körper der
zur unzucht gezwungen
mit der macht
nur mehr zum hass
befähigt
und zur tödlichen tat
nicht weiss dass
handlung ungelebt
nie nachgeholt
erlebt getan und
abgeschlossen werden kann