poesieblatt

 

Cerberus, der Totenwache

überdrüssig, verlacht

vergnüglich eines jeden

Ziel, auch meines.

 

Ich, Weltenlose ohne Bilder,

lache mit.

 

Ängste? Vielleicht

ein fernes Ahnen von

verspielten Zeiten.

 

Aus jeder Sicherheit

verworfen, von jeder Fahrt

ins Uferlose ausgeschlossen.

 

Was tun, mein Herz,

als fröhlich zu verwildern?  

 

Mariella Mehr

 

 

Oft steht Mariella Mehr am Acheron in diesem Band - an der Grenze von Leben und Sterben, letzte Zuflucht suchend bei den Sternen, doch auch sie treiben fort. Manchmal huscht ein Engel vorbei und manchmal blitzt der Schalk auf, dem Leben doch noch eine Freude abgetrotzt zu haben. So ist «Das Sternbild des Wolfes» trotz aller Todesnähe ein Gedichtband voller Leben, Mariella Mehr ist eine wilde Schreiberin, die aus der Sprache sehr exakt herausmeisselt, was sie sagen will. Wunderbar ungezähmt sind ihre Zeilen. (eba)

 

Mariella Mehr: Das Sternbild des Wolfes. Gedichte. Drava Verlag, Klagenfurt 2003, Fr. 24.80

 

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